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Cover: Das 19. und 20. JahrhundertZum Inhalt

Das Buch gibt, eingeteilt in die Themenbereiche
- Die Europäisierung der Welt
- Industrialisierung
- Gesellschaftlicher Wandel
- Zeit der Revolutionen
- Zeit der Ideologien 1789 - 1991
- Kampf der Ideologien 1918 - 1991
- Nationalismus, Nationen, Nationalstaaten
einen einführenden Überblick über das lange 19. sowie das kurze 20. Jahrhundert, beginnend mit der Französischen Revolution 1789 und endend mit dem Zerfall der UdSSR 1991.

 

 

Kommentar / Meine Meinung

Die Lektüre von Titus Müllers „Berlin Feuerland“ zeitigte den Wunsch, mehr über das 19. Jahrhundert zu erfahren. Da schien mir dieses Buch mit seinen 235 Seiten Text als geeignet für einen Überblick. Kurz gesagt: es war ein außerordentlicher Glücksgriff.

Die Reihe „Orientierung Geschichte“, in der das Buch erschienen ist, wurde zwar eigentlich für Studienanfänger (Geschichte) konzipiert, der Autor schreibt aber so lebendig und anschaulich, daß der Band auch für den „interessierten Laien“ sehr gut verständlich ist.

Auf den ersten Blick ungewöhnlich ist die Aufteilung nicht chronologisch, sondern nach Themengebieten. Beim Lesen empfand ich dies jedoch als sehr sinnvoll, da jeweils ein Bereich vollständig (und in sich chronologisch) behandelt wurde. Dadurch gibt es zu den einzelnen Themen (siehe Inhaltsangabe) jeweils kompakte Darstellungen, die die wesentlichen Entwicklungen beschreiben und aufzeigen.

Zeitlich geht Nonn dabei vom langen 19. (1789 bis zum Ersten Weltkrieg) und kurzen 20. Jahrhundert (Erster Weltkrieg bis 1991, Zusammenbruch der UdSSR) aus. Beide Definitionen waren mir schon von anderen Büchern her vertraut; aber so, wie der Autor das hier begründet, erscheint mir diese Einteilung als folgerichtig und sinnvoll.

In den einzelnen Abschnitten werden die Themen, wie erwähnt, dann natürlich chronologisch behandelt, wobei es immer wieder Querverweise in die anderen Bereiche gibt. Im Verlauf des Buches wird klar, daß manches, was man für früher als normal ansieht, so normal eigentlich gar nicht war. Etwa die „Beschränkung“ der Frau auf „Kinder, Küche, Kirche“. Dieses Rollenbild hat sich erst im Zuge der Arbeitsteilung und Industrialisierung entwickelt, ist also noch gar nicht so alt. Oder der Zusammenhang zwischen (Kinder-)Sterblichkeit und zur Verfügung stehender Nahrungsmenge ist zwar eigentlich naheliegend, wurde jedoch noch nirgend so schlüssig erklärt.

Am Interessantesten jedoch stellte sich für mich der Abschnitt über die Entwicklung des Nationalismus und er Nationalstaaten dar. Ethnische „Säuberungen“ lassen sich plötzlich erklären (nicht rechtfertigen!) und mehr als ein Mal stellt sich die Frage, was eigentlich eine Nation bestimmt, wodurch sie sich definiert. Gerade heute im Zeichen der Flüchtlinge und Zuwanderung ein hochaktuelles Thema. Die sachlichen Ausführungen hier geben gute Denkanstöße, sich mit dem Thema, das uns sicherlich noch einige Zeit beschäftigen wird, auseinanderzusetzen.  Und die Möglichkeit, aus der Geschichte für die Gegenwart - und vielleicht die Zukunft zu lernen.

 

Kurzfassung

Eine sehr gut lesbare Übersichtsdarstellung zu den wichtigsten Entwicklungen und Geschehnissen des 19. und 20. Jahrhunderts.

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Über den Autor

Christoph Nonn wurde 1964 geboren und studierte Geschichte, Anglistik und Politikwissenschaft an den Universitäten Trier und Warwick, Großbritannien. Er ist seit 2002 Professor für Neueste Geschichte und Landesgeschichte an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.  

Bibliographische Angaben

252 Seiten, zahlreiche Abbildungen, kartoniert. Verlag: Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn, 3. Auflage 2014 (UTB)
(Gelesen habe ich die 2. Auflage 2009)