Vielleicht war gerade das der Zauber von Weihnachten, daß man dieses besondere Gefühl überall empfinden konnte und es mit Millionen von Menschen auf der Welt teilte. (Seite 270)
Da das Familienweihnachten dieses Jahr ausfällt, will Jana zurück in ihre Wohnung nach München. Doch sie gerät in einen Schneesturm und bleibt mit dem Auto liegen. In der Nähe findet sie Zuflucht im Haus von Toni, einem früheren Schulkameraden, und dessen Neffen Finn. Aber sie bleibt nicht die einzige, die Schutz vor den Unbilden der Witterung sucht: noch vier weitere Reisende stranden in dem Haus, darunter ihr Ex-Verlobter Stephan.
Die bunt zusammengewürfelte Gesellschaft muß sich zusammen raufen, soll das Weihnachtsfest nicht genau so chaotisch werden wie das Wetter. Und tatsächlich scheint eine Art Weihnachtsmagie ihren Zauber zu entfalten und das eine oder andere Geheimnis zu enthüllen.
Meine Meinung
Nachdem ich in den letzten Monaten eher wenig gelesen habe, wollte ich meinen „Leseschwung“ etwas anschieben, und da schien mir dieses Weihnachtsbuch genau richtig dafür zu sein, habe ich doch schon etliche Bücher der Autorin gelesen, die mir sämtlich gut gefallen haben. So, das sei vorab schon erwähnt, auch dieses.
In die Handlung habe ich recht schnell hineingefunden, auch wenn zu der Zeit, da ich das Buch las, von Schnee keine Rede war - im Gegensatz zu jetzt, da ich diese Zeilen schreibe, und gerne fürs Erste auf weiteres Schneeschippen verzichten könnte. Aber zu so einem Buch gehört nun Mal ein richtiger Winter mit Schnee, und mit diesen sowie einigen anderen Ingredienzen hat die Autorin wiederum einen Wohlfühlroman geschrieben, der sich gut lesen ließ und dank dem es mir gelungen ist, die derzeit mehr als trüben (und das jetzt nicht auf das Wetter bezogen) Umgebungsbedingungen für einige Zeit zu vergessen.
Zum Inhalt will ich mich nicht groß äußern - das Buch liest sich so gut und flüssig, daß sich jeder, der darüber mehr wissen will, am besten durch eigenes Lesen eine Vorstellung macht. Die Figuren waren, wie von der Autorin gewohnt, meist sympathisch; ich konnte deren Denk- und Handlungsweise gut nachvollziehen. Einzig Stephan fällt hier aus der Reihe - sowohl was die Sympathiepunkte als auch das Verständnis für sein Handeln betrifft. Aber, zumindest so viel sei erwähnt, da gibt es - was ich über weite Teile des Buches nicht erwartet hatte - tatsächlich einen triftigen Grund dafür.
Wie sich das für so ein Buch gehört, lösen sich natürlich im Verlaufe der Handlung alle seltsam erscheinenden Dinge auf und es gibt, auch damit verrate ich nichts Neues, schließlich ein Happy End - anders ginge es bei so einem Weihnachtsbuch ja auch gar nicht. Bis dahin hat die Autorin das ein oder andere „magische Element“ eingearbeitet (in Weihnachtsfilmen nennt man das meist „Weihnachtswunder“), und sogar eine Art Familiengeheimnis wird gelüftet.
Nach einigen überaus angenehmen Lesestunden hatte ich das Buch innerlich zufrieden beendet und kehrte in besserer Stimmung als zuvor in die „reale Welt“ zurück. Genau das, was ich von einem Weihnachtsroman erwarte.
Mein Fazit
Ein paar schöne Stunden in einer verschneiten Weihnachtswunderwelt, ohne weltbewegende Probleme und mit Happy End Garantie - das Buch hat meine Erwartungen - wie ich es von der Autorin nicht anders erwartet habe - voll erfüllt. Sehr schön.
Über die Autorin (Verlagsangabe)
Angelika Schwarzhuber lebt mit ihrer Familie in einer kleinen Stadt an der Donau. Sie arbeitet auch als erfolgreiche Drehbuchautorin für Kino und TV und wurde für das Drama „Eine unerhörte Frau“ unter anderem mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Zum Schreiben lebt sie gern auf dem Land, träumt aber davon, irgendwann einmal die ganze Welt zu bereisen.
Bibliographische Angaben meiner gelesenen Ausgabe
335 Seiten, kartoniert
Verlag: Blanvalet Verlag, München 2024; ISBN 978-3-7341-1377-2
