Die neuesten Buchrezensionen (ohne Weihnachten) nach Datum

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„Was für eine große, gewaltige Zeit machen wir durch. Ein späteres Jahrtausend wird sich darüber wundern, was für ungeheure Kerle wir gewesen sind!“ (Seite 193, Julian Schmidt an Fritz Reuter, undatiert)

 

Cover: Julian SchmidtZum Inhalt

Julian Schmidt (1818-1886), obwohl heute weitgehend unbekannt, gehörte im 19. Jahrhundert zu den einflußreichsten Publizisten und Literaturkritikern. Sein Bekannten- und Freundeskreis umfaßt viele auch heute noch geläufige Autoren. Zusammen mit Gustav Freytag gehört er zu den Begründern des Bürgerlichen Realismus.
Norbert Otto folgt seinem Lebensweg und konnte für diese Biographie viele bisher unveröffentlichte Dokumente der Zeit berücksichtigen. So entsteht nach und nach ein Lebensbild Julian Schmidts - und auch eine lebendige Schilderung der literarischen Verhältnisse jener Zeit.

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Neues, von solch unübersehbarem Ausmaß, sollte man mindestens fünfzig oder gar hundert Jahre auf seine Tragfähigkeit prüfen und es erst dann in die Tradition aufnehmen, denn das, was ein Menschenleben nicht überdauert, ist überflüssig. (Seite 37)

 

Cover: Donata und ihre GefährtinnenZum Inhalt

Über Donata und ihre Gefährtinnen ist nur bekannt, daß sie im ersten Jahrhundert in Rom das Martyrium erlitten.
Aus diesen spärlichen Angaben entwickelt der Autor eine Geschichte, wie es damals möglicherweise hätte sein können.

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Mit all seinen Service- und Dienstleistungen macht uns Amazon zu gläsernen Konsumenten und transformiert unsere demokratischen Grundrechte in eine smarte Diktatur, totale High-Tech-Überwachung inklusive. (Seite 81)

 

9783864892516 200Zum Inhalt

Amazon verdrängt immer mehr die bisherigen Händler und duchdringt mehr und mehr das tägliche Leben. Inzwischen steht sein „Alexa“ in vielen Haushalten, um das Leben zu erleichtern. Doch ist das wirklich eine Erleichterung? Und was ist der Preis, der dafür zu bezahlen ist - jenseits des bloßen Kaufpreises? Ist Amazon der Orwellsche „Big Brother“, wie der kürzliche Skandal um das Mitschneiden von Alexa-Befehlen denken lassen könnte?

Bewertung: 5 / 5

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Das in Anlage und Qualität Mittelmäßige (und eben darum vielleicht so typische) mit Fokus auf das epochal Relevante nicht sogleich zu qualifizieren, sondern zu historisieren, ermöglicht es, Aktuelles im Verblichenen, Interessantes im Verschmähen, komplexe Zusammenhänge im Oberflächlichen zu entdecken. Diese Erfahrungen möchte die vorliegende Studie mit ihren Lesern teilen. (Seite 451)

 

Cover: Konstellationen des RealismusZum Inhalt

Gustav Freytag (1816-1895) war zu seinen Lebzeiten und bis weit ins 20. Jahrhundert hinein einer der erfolgreichsten und bekanntesten deutschen Autoren; heute ist er weitgehend dem Vergessen anheim gefallen. Seine Komödie „Die Journalisten“ erfreute sich über Jahrzehnte großer Beliebtheit, sein Roman „Soll und Haben“ zählt zu den meistgelesenen des 19. Jahrhunderts und erreichte zahllose Auflagen, er ist nach wie vor lieferbar.
In dieser Studie zeigt der Autor die Bedeutung Freytags für die Entwicklung und Etablierung des literarischen Realismus nach 1848 auf. Er geht dabei ausführlich auf die beiden genannten Werke, deren seinerzeitige Rezeption sowie die Bedeutung für die Literaturgeschichte ein. Ein besonderer Schwerpunkt der Arbeit liegt auf der Einbettung anhand überaus zahlreicher Quellen in und die Darstellung des zeitgenössischen Kontextes, in dem die Werke entstanden sind und ihre Wirkung entfalteten.
Zusätzliche Aspekte eröffnet, daß auch die von Gustav Freytag zusammen mit Julian Schmidt herausgegebene Zeitschrift „Die Grenzboten“ und ihr Einfluß mit in der Untersuchung eine wesentliche Rolle spielt; so entsteht ein umfassendes Bild, wie und weshalb Freytag mit seinen Werken eine solche Wirkmacht erreichen konnte. Und es wird darüberhinaus deutlich, weshalb einst kanonisierte Werke heute kaum noch bekannt sind.

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The night is a strange time; things are different at night, as every human being knows somewhere deep inside him.*

 

Zum Inhalt

Jake Belknap erwirbt im Jahr 1959 einen alten Sekretär. Als er eines der drei Geheimfächer öffnet, findet er einen nie abgesandten Brief der Vorbesitzerin, Helen Elizabeth Worley, aus dem Jahr 1882, in dem sie über ihr Liebesleid klagt. Es ist eine seltsame Nacht, in der Jake den Brief findet. Und seltsam mutet seine Reaktion an: er beantwortet ihn. Einige Tage später erreicht ihn die Antwort Helens auf sein Zeilen. Geschrieben im Jahr 1882! Eine seltsame Beziehung nimmt ihren Lauf, und keiner von beiden weiß ob und wie sie enden wird.

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Sie atmete tief ein. Und stieß den Atem wieder aus. Also, das jetzt auch noch. (Seite 157)
„Sie lassen uns keine Luft zum Atmen! Sie wollen uns sterben sehen!“ (S. 484)

 

Cover: Gut Greifenau (3) - MorgenröteZum Inhalt

Die Handlung dieses Bandes setzt wenige Minuten vor Ende des zweiten vorigen Teiles ein, schließt sich also nahtlos an die bisherigen Geschehnisse an. Konstantin wurde durch ein Attentat schwer verwundet und wird nun von Rebecca - mit Wissen und Billigung des Grafen - gepflegt. Denn solange nicht klar ist, wer den Anschlag verübt hat, soll Konstantin als tot gelten.
Derweil werden die Hochzeitsvorbereitungen für Katharina mit dem Prinzen von Preußen vorangetrieben. Katharinas Wünsche zählen nicht - doch sie beginnt sich mehr und mehr zu sträuben, und schließlich steht die Hochzeit auf der Kippe. Ob sie sich erfolgreich wehren kann?
Auch bei den Dienstboten tut sich einiges, während der Krieg immer noch nicht vorbei ist. Doch das Ende ist in Sicht und am Himmel ziehen für Herr- wie Dienerschaft die Wolken der Veränderung herauf.

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In diesem Krieg war nichts, wie er es sich vorgestellt hatte. Gar nichts. (Seite 187)
„Wieso sollte das nicht passieren können? Wenn selbst der Zar stürzt, dann kann auch die Welt untergehen.“ (S. 294)

 

Cover: Greifenau - NachtfeuerZum Inhalt

Wenige Wochen nach Ende des Vorgängerbandes „Abendglanz“ setzt die Handlung dieser Fortsetzung ein. Wir begegnen den schon bekannten Figuren und einigen neuen. Der Erste Weltkrieg hat begonnen, und am Ende der Erzählung wird so gut wie nichts mehr so sein wie zu Beginn. Weder bei den Herrschaften noch bei den Bediensteten.
Die Fäden werden weitergesponnen, aber ob Konstantin und Rebecca zusammen kommen, ob Katharina den Prinzen von Preußen wirklich heiratet, ob der Kutscher Albert seine Familie findet - es bleibt abzuwarten, was davon alles in diesem Roman auserzählt wird.

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Cover: Die JournalistenEs gibt so Vieles, was geschieht, und so ungeheuer Vieles, wqs nicht geschieht, daß es einem ehrlichen Zeitungsschreiber nie an Neuigkeiten fehlen darf. (GW3, S. 20)

 

Zum Inhalt

Der junge Professor Oldendorf, Redakteur der Zeitung „Union“, ist befreundet mit der Familie des Obersten a. D. Berg und möchte dessen Tochter Ida heiraten; er kandidiert bei den anstehenden Wahlen. Allerdings sind er und der Oberst politisch verschiedener Meinung, was verschlimmert wird, als der Oberst von der Gegenpartei zum Gegenkandidaten aufgestellt wird. Als die Gutsbesitzerin Adelheid Runeck zum Überwintern in der Stadt eintrifft, sind die Fronten bereits verhärtet und es sieht schlecht aus für Oldendorf und Ida. Als dann noch eine Intrige gegen Oldendorf gesponnen wird, hat Adelheid alle Hände voll zu tun, um alles wieder ins Lot zu bringen und doch noch einen glücklichen Ausgang zu ermöglichen.

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Das Schicksal hatte sie mitten ins wirkliche Leben geschmissen. Es schien ihr, als wäre sie heute schlagartig erwachsen geworden, in mehrfacher Hinsicht. (Seite 354)

 

Cover: Gut Greifenau - AbendglanzZum Inhalt

1913 in Hinterpommern. Nachdem der alte Graf durch einen Unfall ums Leben gekommen ist, bricht auf Gut Greifenau eine neue Zeit an. Dessen Sohn interessiert sich weniger für die Belange des Guts und der Landwirtschaft, sondern für ein möglichst sorgenfreies bequemes Leben. Der neuen Gräfin ist nur wenig wichtig: ihr Standesdünkel, die Etikette - und daß ihre Kinder gut verheiratet werden, egal was diese selbst davon halten.
Konstantin, der älteste Sohn, würde das Gut gerne modernisieren - aber sein Vater ist dagegen. Zu allem Überfluß verliebt er sich in die bürgerliche Lehrerin Rebecca Kurscheidt, wovon seine Eltern besser nichts erfahren sollten. Seine jüngste Schwester Katharina soll standesgemäß heiraten, doch ihr Herz gehört längst einem Industriellensohn.
Zu den Bewohnern des Hauses gehört aber nicht nur die gräfliche Familie, sondern vor allem auch die vielen Bediensteten, ohne die der Haushalt nicht funktioneren würde. Diese haben ganz andere Sorgen als die Herrschaft - und nicht wenige von ihnen das eine oder andere Geheimnis. Wie etwa der neue Kutscher Albert, der auf der Suche nach seiner Herkunft ist.
Durch Standesunterschiede getrennt und dennoch auf Gedeih und Verderb aufeinander angewiesen, geht das Leben bei Herr- wie Dienerschaft seinen Gang. Am Vorabend des 1. Weltkrieges.