Das Leben hat die Angewohnheit, überall Chaos zu hinterlassen, vor allem dann, wenn die Menschen es am wenigsten erwarten. (Seite 75)
Zum Inhalt
Sean o’Neil arbeitet als Arzt in Boston und fährt nur dann, wenn es sich gar nicht vermeiden läßt, nach Hause nach Snow Crystal. Doch als ihn ein Anruf erreicht, daß sein Großvater einen Herzanfall hatte, hilft alles nichts mehr. Jetzt muß er zurück.
Dort trifft er wieder auf Elise, mit der er im vergangenen Jahr eine Nacht verbracht hatte. Beide wollen keine Beziehung - und beide konnten diese Nacht nicht vergessen. Wenn man nun gezwungenermaßen so dicht beieinander wohnt, bleiben weder Konflikte noch Näherkommen aus. Ob man will oder nicht.
Vorbemerkung
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Kommentar / Meine Meinung
Hatte ich für den „Winterzauber wider Willen“ noch rund vier Tage gebraucht, so war dieses Buch in rund vierundzwanzig Stunden ausgelesen. Auch wenn das Ende - logischerweise - abzusehen war, wollte ich einfach wissen, wie es dazu kommt und konnte das Buch so gut wie nicht aus der Hand legen.
Auch dieses Buch ist gut lesbar geschrieben, fast alle Figuren waren mir mehr oder weniger gut bekannt, so daß ich nahtlos an den Vorgängerband anknüpfen konnte. Beim direkten Nacheinanderlesen ist mir jedoch eine Diskrepanz zum „Winterzauber“ aufgefallen. [ Dort sagt der Großvater an einer Stelle sinngemäß, daß er seine Enkel nicht auf Snow Crystal haben wolle, damit sie ihr eigenes Leben nach ihren eigenen Vorstellungen leben könnten. Von dieser Einstellung ist hier nicht allzuviel zu spüren, als ob er dies nicht gesagt hätte. ]
Da Sean der Zwillingsbruder von Jackson ist, ist von vorneherein klar, daß auch er ein Musterexemplar von Mann ist, zumindest was das Aussehen betrifft. Auch Elise ist, wie könnte es anders sein, durchaus eine Schönheit. Das wird auch oft genug erwähnt, jedoch für mein Gefühl nicht so oft wie im Vorgängerband, so daß es mir hier nicht so sehr auffiel. Auch hier spielt die körperliche Anziehung wieder eine große Rolle, aber der „Schlafzimmerszenen“ (auch wenn es nicht immer das Schlafzimmer sein muß) sind doch dankenswerterweise etwas weniger. Diese teils starke Betonung der körperlichen Anziehung hat mich an manchen Stellen etwas irritiert, weil ich mich fragte, ob es denn nun um eine rein körperliche oder auch eine geistig-seelische - also ganzheitliche - Beziehung zwischen den beiden geht. Letzteres ist von der Autorin gemeint, tritt aber durch die Betonung auf dem Ersteren - leider - etwas in den Hintergrund.
Ähnlich wie im „Winterzauber“ wollen auch hier die beiden keine Beziehung und wehren sich vehement dagegen. Das hätte vielleicht nicht so sehr herausgestellt werden müssen, erschien es mir bisweilen doch wie eine Wiederholung schon bekannter Einstellungen. Gänzlich anders jedoch war hier für beide die Ausgangssituation, weswegen sie keine Beziehung wollen, und hier gilt das Gleiche wie für den „Winterzauber“: es hat mich ein bißchen überrascht, welch ernste „Hintergrundthemen“ die Autorin in ihren Roman gepackt hat, und wie folgerichtig sich daraus die Denk- und Handlungsweisen der Figuren, vor allem bei Elise, entwickelten.
Insgesamt hat mich das Buch sehr gut unterhalten und mir die o’Neils noch näher gebracht, als sie es schon waren. Klare Sache, daß der Abschlußband, der schon hier liegt, nicht lange aufs Gelesen werden warten muß.
Kurzfassung
Auch der zweite der o’Neil-Brüder hat so seine Beziehungs- und Familienprobleme, die man hier auf kurzweilige und (für den Leser) unterhaltsame Weise nachlesen kann.
Über die Autorin
Sarah Morgan ist ausgebildete Krankenschwester und lebt mit ihrer Familie in der Nähe von London.
Bibliographische Angaben
353 Seiten, kartoniert Originaltitel: Suddenly Last Summer. Aus dem Amerikanischen von Judith Heisig
Verlag: Mira Taschenbücher, Hamburg 2015
Die drei o'Neil-Brüder Bücher:
- Winterzauber wider Willen
- Sommerzauber wider Willen
- Weihnachtszauber wider Willen
