"Schau nie zurück." Ein weiser Rat. Das Gestern konnte sie nicht ändern. Das Heute war fast vorbei. Aber morgen? (Seite 213)

Cover: Die Villa auf den KlippenZum Inhalt

Nachdem Ashley Scott ihre Stelle in Tennessee nach einem Brand verloren hatte und ihre Beziehung in die Brüche gegangen war, brauchte sie einen Neuanfang. Kurzentschlossen meldet sie sich auf eine Anzeige, in der das Miteigentum an einer alten Villa, die für Veranstaltungen genutzt werden soll, angeboten wird. Bei den Umbauarbeiten lernt sie Jon kennen, den Inhaber der Landschaftsgärtnerei, die die Außenarbeiten ausführt. Dieser wurde während seines Militärdienstes schwer verwundet und hat seither alle privaten Kontakte zu anderen Menschen abgebrochen.
Nach ihren Erfahrungen haben weder Ashley noch Jon das Bedürftnis nach weiteren menschlichen Begegnungen oder gar einer Beziehung. Aber wie das so ist: da man ständig miteinander zu tun hat, kommt man sich auf die eine oder andere Art doch näher. Doch die Hindernisse scheinen auf beiden Seiten unüberwindbar.

 

 

Meine Meinung

Gut ein Jahr ist es her, seit ich das letzte Hope Harbor-Buch gelesen habe, höchste Zeit also, dem kleinen Städtchen an der Westküste der USA wieder einmal einen (Lese-) Besuch abzustatten. Und was soll ich sagen bzw. schreiben - es war wie ein Nachhausekommen, wie der Aufenthalt auf einer ruhigen und friedlichen Insel inmitten des stürmischen Meeres der Katastrophen unserer Zeit ringsum.

Zum vorherigen Band „Das Cottage über dem Meer“ hatte ich geschrieben, daß die Thematik im Vergleich zu den früheren Bänden ernster geworden sei; das gilt gleichermaßen für dieses Buch. Ein Vorteil der Reihe ist es, daß auch solche eher ernsten Themen auf eine Weise verarbeitet werden, daß man den Roman dennoch als ein „Wohlfühlbuch“ bezeichnen kann, ohne daß dabei die behandelten Probleme verniedlicht werden.

Die Ausgangslage ist hier, wie in eigentlich allen Hope-Harbor-Romanen, sehr ähnlich: jemand zieht neu ins Städtchen, bringt seine eigenen Probleme und Belastungen mit, muß diese lösen und sich integrieren und lernt dabei jemanden kennen, der mit eigenen Problemen zu kämpfen hat - aber gemeinsam lassen die sich lösen. Es ist immer wieder interessant und auch immer wieder neu zu lesen, wie die Autorin mit dieser Ausgangssituation umgeht, diese gestaltet und letztlich auflöst. Denn trotz ähnlicher Voraussetzungen sind die Menschen eben doch verschieden - und jede Ausgangssituation bedingt andere Wege und Lösungen. Ganz eindeutig ist auch hier wieder der Weg das Ziel. Und der hat mir etliche schöne und beruhigende Lesestunden beschert.

Zu den eigentlichen Problemen will ich hier nichts schreiben, da sich diese im Buch langsam entfalten und ich dem nicht vorgreifen möchte (wenn es jemand dann liest). Nur so viel sei vermerkt: sowohl die Probleme von Ashley als auch die von Jon sind überaus real und wirklichkeitsnah, so daß ich die Entwicklung der Figuren gut nachvollziehen konnte und mir an ein oder zwei Stellen nicht so sicher war, ob die Autorin das alles gut würde auflösen können.

So langsam merke ich übrigens, daß es rund acht Jahre her ist, seit ich den ersten Band der Reihe gelesen habe. Hier tauchen etliche Figuren aus früheren Romanen auf und es sei zugegeben, daß ich ein paar Mal nachdenken mußte, wer das denn nun eigentlich war. Ich schätze, ich werde die Reihe in absehbarer Zeit wieder von vorne beginnen, um diese Gedächtnislücken zu schließen.

Am Ende erging es mir dann wie eigentlich nach jedem ausgelesenen Band der Reihe: einerseits ein „wohliges Gefühl“ im Buch, andererseits eine gewisse Melancholie, Hope Harbor wieder „verlassen“ zu müssen. Auf jeden Fall hat die Autorin meine Erwartungen in das Buch vollständig erfüllt und ich freue mich schon auf den nächsten Band der Reihe, der bereits im Bücherregal steht.

 

Mein Fazit

„Hope Harbor“ ist immer für einen Wohlfühlroman, in dem auch ernste Themen behandelt werden, gut. Das Buch hat mir einige schöne und beruhigende Lesestunden beschert, die mir Stoff zum Nachdenken gaben mich die Umwelt für einige Zeit vergessen ließen.

 

Über die Autorin

Irene Hannon hat Psychologie und Journalistik studiert. Sie gab ihre hohe Stellung bei einem Weltunternehmen auf, um ganz als Schriftstellerin tätig zu sein. Sie hat zahlreiche Bücher geschrieben und etliche Preise gewonnen. Mit ihrer Familie lebt sie in Missouri.

Bibliographische Angaben meiner gelesenen Ausgabe

366 Seiten, kartoniert
Originaltitel: Windswept Way. Aus dem Amerikanischen von Silvia Lutz
Reihe: Hope Harbor Band 9
Verlag: Francke Buch GmbH, Marburg 2024; ISBN 978-3-96362-403-2